Kompetenzen

Juli 8, 2008 at 11:11 (Nicht kategorisiert) (, )

In letzter Zeit kommt mir häufiger zu Ohren/vor die Augen, dass man ständig unter einem gewissen Grad an Kompetenzgerangel leiden muss.

Vor allem im Internet scheint das eine weit verbreitete Krankheit zu sein, dem Nächsten eine reinzuwürgen. Durch meine Tätigkeit als Moderatorin (DJ, obwohl ich das nicht bin) bei einem Radio, als Betreuerin in einem Angehörigenboard und auch durch die Zugehörigkeit in anderen Communities, werde ich tagtäglich damit konfrontiert und bin es nun langsam leid, mich damit herumzuschlagen.

Ich frage euch deshalb: warum kann man nicht die Fähigkeiten und das Wissen eines Anderen erstmal als Gegebenheit hinnehmen und das akzeptieren, bevor man nicht das Gegenteil bewiesen bekommen hat? Beziehungsweise es selbst beweist. So ist doch niemandem geholfen, den Gegenüber erstmal als blöd/unwissend/schwachsinnig/man führe die Reihe so fort hinzustellen, um seine eigene Meinung oder sein eigenes „Wissen“ ins rechtere Licht zu rücken.

Meistens ist es doch sogar dann so, dass man sich gewaltigst blamiert, da der Mensch auf der gegenüberliegenden Seite doch Recht hat.

Ich empfehle jedem, seinen „Gegner“ nicht zu unterschätzen.

Doch nun fangen wir einmal beim Grundproblem an. Der Tatsache, dass sich viele unbedingt in Sachen einmischen müssen, wovon sie nicht die leiseste Ahnung haben. Verständlich ist das aus dem reinen Bedarf an Informationen. Aber dann nimmt man die Position des Fragers ein.

Die Position des „keine-Ahnung-Habers-aber-trotzdem-Einmischers“ entsteht aus dem einfachen Drang heraus, sich wichtig und interessant zu machen. Herrschaften, das muss doch nicht sein. Jedes Individuum hat doch irgendein Gebiet, dass sich als Spezialgebiet und somit als thematische Fundgrube herausstellt.

Bei einigen ist es Klatsch und Tratsch und die neusten Neuigkeiten der Celebraties, die Nächsten könnten einem sämtliche Bauteile eines PC’s vom Typ xyz aufzählen und wiederum andere verbreiten 5-Sterne-Kochrezepte im Äther.

Gut, Ansatzpunkt gefunden! Jetzt sollte man nur noch den richtigen Weg finden, seine Sinn- oder Unsinnigkeiten (darüber lässt sich streiten) über die Menschheit zu ergießen. Das passiert hier in diversen Blog-Buden oder auch in großen Foren. Aber Achtung…sucht euch auch das richtige THEMA aus!! Und versucht nicht, ausgerechnet die Themen-Götter vom Thron zu stoßen.

Warum ich diesen bis jetzt nicht viel sagenden Satzbrei aufschreibe? Ganz einfach, ich verarbeite somit meinen Ärger, der hier in aller Regelmäßigkeit aufkommt.

In einigen Foren sieht es mittlerweile so aus, dass sich der gemeine User über den bösen bösen Moderatoren- und Adminmob aufregt, der ja ohne weiteres Beiträge löscht, zensiert oder User zu einem gepflegteren Umgangston sowie einer übersichtlicheren Ausdrucksweise sowie Rechtschreibung zu bewegen versucht. Nein, wir tun das nicht aus Spaß. Es hat doch meist eine Bewandtnis, wenn wir uns einmischen.

Liebste Leser und Leserinnen, wer selbst irgendwo eine Position inne hat, mit der eine GEWISSE Verantwortung einhergeht, wird wissen wovon ich rede. Wer nicht, der lasse sich das hier doch mal erklären.

Die meisten Admins und Moderatoren, Techniker, Verantwortlichen, selbst die Boardputzen machen ihre „Arbeit“ nebenbei. Also opfern sie quasi ihre Freizeit, damit diverse Foren, Seiten, Chats und was es nicht sonst noch so gibt, am Leben und in Ordnung gehalten werden. Wir machen das nicht hauptberuflich. Wir haben Partnerschaft, Familie, Freunde, Arbeit, einen Haushalt, vielleicht Kinder, Tiere und auch noch n bisschen Restleben, was für einen selber draufgeht.

Also bevor wieder rumgemeckert wird: „Use your brain and think about it!“. Natürlich sind wir nicht perfekt, niemand ist das. Und auch wir machen Fehler, oftmals kleine, manchmal große und selten (aber sie kommen vor) schießen wir auch mal einen richtigen Bock. Wenn sowas vorkommt: Mund gebrauchen, aufmachen, Silben formen, Wörter draus bilden und reden! DANKE.

Alle Formen von Erpressung, Schuldzuweisung, Beleidigung und ähnlichem können bei meiner Geschäftsstelle von 12:00Uhr bis Mittags abgegeben werden.

Und so wie das im Internet ist, kommt das auch im realen Leben vor. Menschen, die anderen einfach nicht zugestehen wollen, etwas zu können. Solange das im stillen Kämmerlein passiert, mag mich das nicht aufregen. Was interessiert mich der Dreck, den Hinz und Kunz in ihr Tagebuch schreiben. Wenn es ihnen die Energie, Tinte und Zeit wert ist, dann muss ich ja wichtig genug sein. Ziel erreicht!

Sollte das aber öffentlich gemacht werden, vor allem auf Arbeit oder ähnliches….dann nennt man das Mobbing. Sowas wirkt sich nicht nur auf das soziale Gefüge aus, welches an einer Arbeitsstelle kollossal wichtig ist, vor allem wenn Menschen zusammenarbeiten MÜSSEN um produktiv zu sein; sondern kann in einigen Fällen für den Gemobbten sogar zum gesundheitlichen Problem werden.

Mobbing setzt sich beim Betroffenen oftmals in der Seele fest und wird mit sich rumgetragen. Dieser innerliche Stress kann zu allen möglichen Beschwerden führen, angefangen bei Kopfschmerzen weiter über Bluthochdruck, Magengeschwüren bis hin zur kompletten Arbeitsunfähigkeit.

Deswegen gilt hier der Leitsatz: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem And’ren zu!“

Bevor man über einen anderen urteilt, sollte man sich gefälligst ein ordentliches Bild gemacht haben und doch bitte zusätzlich erstmal im eigenen Garten buddeln. Oder genauer: „Wer nackt im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Backsteinen werfen; wird sonst kalt!“

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